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Ministrantenaustausch 2.0: Wir fahren ins Rheinland

Messdiener aus Unterfranken besuchen Alfter: Eine Woche voller Abenteuer, Kultur und Freundschaft im Rheinland.

„Ich freue mich auf Alfter!“, so war es am Gründonnerstag in der Sakristei in Obernburg zu hören. Am Ostermontag dann startete endlich der Gegenbesuch zum letztjährigen Messdieneraustausch. Damals waren die Messdiener aus Alfter (Mitte-Süd) für eine Woche bei uns in Unterfranken gewesen, um unsere Ministranten zu besuchen. Nun reisten zehn unserer Minis ins Rheinland und verbrachten mit 15 Messdienern sowie einem Diakon aus Alfter eine schöne, ereignisreiche Woche in Bonn.

Nach der Ankunft in der „Herberge“, dem ehemaligen Schloss Annaberg in Bonn-Friesdorf, das heute als Begegnungsstätte des Baltischen Christlichen Bundes genutzt wird, wurden zunächst die großen Kronleuchter bestaunt. Direkt danach war die Freude nicht minder groß, die Bekanntschaften vom letzten Jahr aufzufrischen und neue Ministranten kennenzulernen. Nach dem Abendessen ging es direkt weiter nach Bonn zu einer Nachtwächterführung. Dabei erfuhren wir viel über das Bonn des 17. Jahrhunderts – auch Dinge, die selbst den dort Geborenen noch unbekannt waren: vom „Malztier“, das die Männer daran hinderte, frühzeitig nach Hause zu gehen, bis hin zu Überresten der historischen Stadtbefestigung.

Am Dienstag wurde inhaltlich an das Programm des letzten Jahres angeknüpft – mit einer Führung durch Schloss Augustusburg. Das dortige Treppenhaus wurde von Balthasar Neumann entworfen, dem gleichen Baumeister, der auch für die Würzburger Residenz verantwortlich war, die im vergangenen Jahr besichtigt worden ist. Zwar ist die Treppe in Brühl kleiner, wurde von den Teilnehmern jedoch als opulenter empfunden. Nach einer kurzen Mittagspause und einem Eis verbrachten wir den Nachmittag im Brühler „Kletterwald Schwindelfrei“, wo die Teilnehmer auf abwechslungsreichen Routen ausprobieren konnten, ob sie den Anforderungen des Namens gerecht werden. Nachdem sich alle ausreichend sportlich betätigt hatten, klang der Abend gemütlich bei Spielen aus – und, als Maßnahme der Völkerverständigung, beim gemeinsamen Verfolgen eines Fußballspiels eines bayerischen Vereins.

Die Rheinländer kamen dafür am Mittwoch voll auf ihre Kosten, als wir gemeinsam nach Köln fuhren. In der dortigen „Bahnhofskapelle“ (so nannte sie ein Einheimischer) beteiligten wir uns am mittäglichen Friedensgebet, bevor alle, die im Kletterwald noch nicht genügend Höhenmeter gesammelt hatten, den Turm des Doms erklommen. Bei bestem Wetter konnten wir den Blick über das Rheinland bis zum Siebengebirge genießen. Während die Betreuer danach erst einmal eine Pause brauchten, machten sich die Kinder mit großem Eifer an die Stadtrallye, bei der sie auch weniger bekannte Ecken Kölns erkundeten. Mit nur einem halben Punkt Vorsprung gewann das Siegerteam Kugelschreiber von der Maus und dem Elefanten, während die übrigen Teilnehmer als Souvenir Köln-Bleistifte mit nach Hause nehmen konnten. Ebenso ehrgeizig ging es beim bunten Abend zu, bei dem vier Teams in verschiedenen Spielen (z. B. „Wer baut den schönsten Osterhasen aus seinem Reisegepäck?“ oder „Wer kennt die meisten kölschen und fränkischen Begriffe?“) um den Sieg konkurrierten. Dabei gab es – dem Unterbringungsort entsprechend – Haribo zu gewinnen.

Ein besonderes Schauspiel bot sich am Donnerstag beim Besuch der Bonner Kirschblüte, bevor „Mr. X“ gefunden werden wollte. Dabei durften die Teilnehmer nur mit dem ÖPNV auf die Suche gehen und lernten Bonn vom Friedensplatz bis Auerberg neu kennen, bevor der Gesuchte schließlich am Juridicum gefunden wurde. Von dort ging es direkt weiter zum Haus der Geschichte, wo uns die neue Dauerausstellung im Rahmen einer interessanten Führung vorgestellt wurde. Am Abend stand dann der absolute Höhepunkt der Woche an: Wir besuchten endlich Alfter! In Gielsdorf wurde an der Kirche gegrillt, bevor alle 25 Messdiener gemeinsam in der Messe ministrierten. Unter und im Kirchturm wurde anschließend ein schöner Abschlussabend bei Lagerfeuer, Stockbrot sowie kölscher und internationaler Musik verbracht.

Bevor es jedoch ganz vorbei war, fuhren wir am Freitag noch nach Mendig zum Vulkanmuseum. Nach einer kurzweiligen Führung ging es noch einmal 150 Stufen unter die Erde in den Lavakeller. Dort wurden aus der 20 Meter hohen Basaltschicht, die durch den Ausbruch des Wingertsbergvulkans entstanden ist, zunächst Mühlsteine gewonnen und später unter idealen Bedingungen Bier gelagert. Heute gibt es dort beeindruckende Führungen durch das ehemals größte Basaltlava-Bergwerk der Welt – und auch eine Hochzeit haben wir dort nur knapp verpasst!

Anschließend hieß es dann leider schon Abschied nehmen – nach einer Woche, die viel zu schnell vergangen ist. Wieder haben wir viel erlebt, viel gesehen und viel Spaß gehabt. Vielleicht gelingt es ja im nächsten Jahr, sich auf halbem Wege zu treffen?