Eine gelungene Aktion der Firmlinge
Was macht einen Gottesdienst zu einem Gottesdienst? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Firmlinge unseres Pastoralen Raumes am 35 Grad heißen Sonntag, 21. Juni, am Waldrand bei der Mutterkapelle in Großwallstadt. Sie beschäftigten sich experimentell. Das heißt, sie dachten nicht theoretisch über diese Frage nach, sondern es ging darum es zu erleben.
In einem Gottesdienst bringen wir das, was uns bewegt, unser Leben, unser Freud und Leid, vor Gott. Wir halten es ihm hin. Wir machen uns bewusst, das er mit uns geht. Und wir hören hin, welche Botschaft er uns ans Herz legt. Dies alles tun wir in Gemeinschaft.
Als ein Thema, das uns alle momentan umtreibt, kam uns, dass wir durch die sozialen Medien ständig einem regelrechten Bombardement von „Du musst“-Botschaften ausgesetzt sind. „Du musst so und so aussehen…“ „Du musst das und das haben…“ „Du musst das und das probieren…“ „Du musst das und das anziehen…“ Sonst…? Sonst stehst du am Rand. Sonst bist du nicht Teil unserer Gruppe. Sonst wirst du gemobbt.
Ein Teil der Firmlinge beschriftete gebastelte Papierhütchen mit diesen Botschaften, welche sehr viel Stress machen und viele Jugendliche echt runterziehen. Andere Firmlinge formulierten Gebete und Fürbitten, suchten Lieder aus und dekorierten einen Ort, an dem der Gottesdienst stattfinden soll. Wieder andere bekamen die Aufgabe, ermutigende Sätze aus der Heiligen Schrift in ihre Jugend-Sprache zu „übersetzen“.
Nach einem gemeinsamen Stärkung in Form eines Mitbring-Buffets waren alle durch ihre Vorbereitungen und/oder durch ihre Rolle als Vortragende an der Gestaltung „ihres“ Gottesdienstes beteiligt. Pastoralreferent Benjamin Riebel und Diakon Ralf Hartmann waren nur moderierend mit dabei. Auch einige Eltern und Paten waren der Einladung gefolgt. Die inhaltliche Gestaltung der Feier lag allein in den Händen der Firmlinge.
In den Gebeten brachten sie zum Ausdruck wie es ihnen geht und welche Wünsche sie haben. Die von ihnen ausgesuchten Lieder bauten um die einzelnen Elemente einen feierlichen Rahmen. Die mit den „Du musst“-Botschaften beschrifteten Papierhütchen wurden vorgelesen und anschließend bewusst zertreten und zerrissen. Anstelle dieser negativen Botschaften lasen einige Firmlinge ihre Übersetzung der ermutigenden Botschaften aus der Heiligen Schrift vor. Da kamen so Sätze raus wie „Mit einer fetten Liebe liebst du uns, Gott.“ und „Wenn es uns schlecht geht, bist du immer für uns da.“
Und das alles unabhängig davon, was du konsumierst, wie du aussiehst, was du leisten kannst …




