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35-Jahre Eine-Welt-Laden Mömlingen

                                                               35 Jahre

kaum zu glauben, doch der Eine-Welt-Laden der KJG Mömlingen feiert am 7. Juli 2026 sein 35-jähriges Bestehen.

Passend dazu, das Motto:

Wenn viele kleine Leute, viele kleine Schritte tun, können sie das Angesicht der Welt verändern“

Denn nur durch viele kleine Schritte einer Vielzahl von Menschen kann dieses Jubiläum gefeiert werden.

Die Jubiläumswoche wurde am Sonntag 5.7.2026 mit einem feierlichen Gottesdienst eröffnet.

Unterstützt vom Chor Lyra Musica Eisenbach.

Iris Giegerich vom Eine-Welt-Team erläuterte zu Beginn, dass Jesus stets auf die Kleinen“ geschaut hat und sie befähigte Großes zu leisten.

Das erinnert uns daran, dass Veränderung oft im Kleinen beginnt: durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, die teilen, die helfen und die ihren Beitrag für eine gerechtere Welt leisten.

Wie es begann

Vor 35 Jahren stand hier kein Laden, kein großes Sortiment und keine professionell

gestalteten Regale. Es gab einen Tapeziertisch nach dem Gottesdienst. (So wie auch heute nach dem Gottesdienst) Darauf lagen die ersten fair gehandelten Produkte: Bananen, Kaffee und Wein.

Mehr war es zunächst nicht.

Aber einige Menschen hatten eine Idee. Sie wollten nicht nur über Gerechtigkeit reden, sondern etwas tun.

Sie wollten ihren Beitrag leisten. Einen kleinen Schritt gehen.

Damals konnte niemand wissen, wohin dieser Weg führen würde.

Auf den Verkauf am Tapeziertisch folgte der Verkauf in der ehemaligen Bücherei.

Dann kam der Umzug in die Kirchgasse. Und heute befindet sich der Eine-Welt-Laden in der Bachstraße

– mit einem großen Sortiment, vielen Stammkunden und einem festen Platz im Leben unserer Gemeinde.

Wenn wir auf diese Entwicklung schauen, dann sehen wir:

Große Dinge beginnen oft ganz klein.“

Nicht mit einem großen Plan für die nächsten Jahrzehnte, sondern mit dem Mut zum ersten Schritt.

Und genau das hörten wir auch heute im Evangelium. Jesus lobt Gott nicht für die Großen und Mächtigen.

Er richtet den Blick auf die Einfachen, die Kleinen, auf Menschen, die bereit sind, sich von Gott bewegen zu lassen.

Gottes Reich wächst oft anders, als wir es erwarten. Es wächst nicht durch Lautstärke und Macht.

Es wächst dort, wo Menschen anfangen, Verantwortung zu übernehmen. Wo sie etwas von ihrer Zeit,

ihren Fähigkeiten und ihrem Herzen einsetzen.

Deshalb feiern wir heute Gottesdienst in Dankbarkeit für das Vergangene, im Bewusstsein unserer Verantwortung für die Gegenwart und in der Hoffnung auf Gottes Segen für die Zukunft.

In den Mitarbeiter-News wurden einige Ehrenamtliche gefragt, warum sie sich engagieren. Die Antworten waren bemerkenswert einfach.

Viele sagten:

- „Ich möchte etwas Gutes tun.“

- „Ich möchte meinen Beitrag leisten.“

- „Mir geht es gut. Da möchte ich etwas zurückgeben an Menschen, denen es nicht so gut geht.“

Niemand sprach davon, die Welt allein verändern zu wollen. Aber alle waren bereit, ihren Teil beizutragen.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis.

Denn oft schauen wir auf die großen Probleme unserer Zeit: Ungerechtigkeit, Armut, Krieg, Ausbeutung, die Zerstörung der Schöpfung.

Und manchmal denken wir: Was kann ich da schon ausrichten?

Die Geschichte unseres Eine-Welt-Ladens gibt darauf eine ganz andere Antwort.

Sie sagt: Fang an.

Mit dem, was du kannst.

Mit dem, was heute möglich ist.

Ein fair gehandelter Kaffee.

Ein Gespräch.

Eine Stunde ehrenamtliche Arbeit.

Eine gute Entscheidung.

Ein kleiner Schritt.

Und wenn viele Menschen solche Schritte gehen, entsteht etwas Neues.

Dann verändert sich tatsächlich das Gesicht der Welt.

Vielleicht ist das auch die Botschaft, die wir heute aus diesem Jubiläum

mitnehmen dürfen. Jesus sagt im Evangelium:

Kommt alle zu mir.“

Er fordert uns nicht auf, die ganze Last der Welt allein zu tragen.

Aber er lädt uns ein, seinen Weg mitzugehen.

Schritt für Schritt.

Beim Hereinkommen hat jeder einen bunten Fußabdruck erhalten.

Es wurde eingeladen, diesen zu beschriften:

Vielleicht mit einem kleinen Schritt, den Sie bereits gehen.

Vielleicht mit einem Schritt, den Sie künftig gehen möchten.

Für mehr Gerechtigkeit.

Für die Bewahrung der Schöpfung.

Für ein gutes Miteinander.

Für Menschen, die unsere Unterstützung brauchen.

Anschließend wurden die Fußabdrücke auf den vorbereiteten Weg beim Jubiläumslogo gepinnt.

So entstand aus vielen einzelnen Fußabdrücken ein gemeinsamer Weg.

Ein Weg, der sichtbar macht, was wir heute feiern:

Vor 35 Jahren begann alles mit einem einzigen kleinen Schritt.

Heute sind daraus unzählige Schritte geworden.

Und dieser Weg ist noch nicht zu Ende.

Gehen wir ihn weiter – mit Mut, mit Hoffnung und mit Gottes Segen.

Denn - „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun,

können sie das Gesicht der Welt verändern.“

R.Zieres

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