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Provencefahrt der Pfarrei St. Peter und Paul, Tag 7 und 8

Tag 8

Heute ging es Richtung Monaco, leider nicht ganz hin, aber der Weg ist bekannt, zB von Grace Kelly und Gary Grant im Cabriolet (Über den Dächern von Nizza) oder Pierce Brosnan (Golden Eye).

Wir hielten unterwegs für Fotos, aber unser Ziel war leider nicht Monaco, sondern Eze. Ein zu Anfang des letzten Jahrhunderts praktisch verlassenes Dorf, das in den 50ern wiederentdeckt wurde und 2 Luxushotels (eines zuvor Sommerresidenz des schwedischen Königs) sowie zahlreiche Galerien und Boutiquen aufweist. Wichtig ist, dass Friedrich Nietzsche hier "Also sprach Zarathustra" zu großen Teilen schrieb. Ganz oben befindet sich ein künstlich angelegter Jardin mit vielen Kakteen und "sommerfesten" Bäumen. Sehr schön gemacht!

Von dort fuhren wir zur Chapelle du Rosaire de Vence, eine Kapelle, die Matisse auf Bitten eines ehemaligen Modells und späteren Dominikanerin ausgestaltete. Schlicht, aber interessant. Auch Messgewänder hat er entworfen; wirklich schick.

Dann ging es wieder nach Nizza zurück und auf dem Weg sahen wir die Stadtbibliothek, das Tete Carree, ein 30 m hohes, würfelförmiges, an einen Kopf erinnerndes Gebäude von Sacha Sosno. Ich finde, so etwas bräuchten wir in Obernburg auch! Außerdem sahen wir die Allianzarena oder so etwas ähnliches...(der Verein heißt OGC Nice).

C'est fini! Au revoir!

Tag 7

Nizza ist eine völlig andere Stadt als die, die wir bislang gesehen haben. Jene waren französisch, Nizza ist italienisch.  Die Herrschaft über die Stadt wechselte sehr stark, Zuletzt gehörte es zu Piemont und damit zu Sardinien, 1860 stimmte die Bevölkerung ab und wollte mit überwältigender Mehrheit nach Frankreich. Trotzdem ist die Stadt italienisch gebaut, Barock, den man sonst gar nicht sieht, Lauben, enge Altstadt und prächtige Jugendstilbauten.

Es war eine arme Stadt, die Menschen lebten mehr schlecht als recht vom Fischen, bis am Anfang des 19. Jahrhunderts vermögende Engländer, Adel und Aristokratie, die Stadt zum Überwintern entdeckten. Das brachte Arbeit, aber richtig wohlhabend wurde sie erst mit dem Sommertourismus des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts. Sie ist nicht so schön sauber und renoviert wie Marseille, aber es wird daran gearbeitet. Ein Fluss, der durch die Stadt floss, ist auf eine Länge von 3 km überbaut und in der Innenstadt mit einem schön geplanten Park bewachsen. Auffällig sind die gemalten Fassaden, die auf den Seiten der großen Häuser genau die Front wiedergeben. Erwähnte ich schon, dass es mal eine Fenstersteuer in Frankreich gab?

Die typischen Grandhotels der Cote d'Azur, die man sich so vorstellt, wurden zum Teil schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Appartements verwandelt, weil sie für den Besuchergeschmack der Sommertouristen zu weit vom Meer entfernt waren. Manche Besucher bauten sich auch eigene Villen, von denen wir eine näher anschauten. Unumgänglich ist ein Besuch im Chagallmuseum. Es ist das einzige französische Nationalmuseum, das der Künstler noch selbst einrichtete. Es sind überwiegend Bibelbilder zu sehen. Zudem läuft noch ein Film über Chagalls Leben und Werk, der sich auch sehr lohnt.

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