Tag 6
Auf dem Weg nach Nizza hielten wir in Aix-en-Provence. Eine wunderschöne Stadt mit viel Atmosphäre, vor allem auch, weil sie eine Universität mit 40.000 Studenten hat und das Publikum daher jung ist.
Als Geburtsort von Paul Cezanne wird natürlich viel Wert auf den Maler gelegt. Zuerst fuhren wir etwas außerhalb, um dort die Stelle zu sehen, von der aus Cezanne den Gipfel des Saint-Victoire malte. Da die Bäume wachsen, sieht es dort jetzt etwas anders aus. Unsere Führerin erklärte uns anhand der dort ausgestellten Drucke der Bilder von Cezanne, dass er nicht so schnell gemalt habe und weiße Stellen gelassen habe, weil er nicht gewusst habe, welche Farbe dorthin müsse. Sein Vater war ein wohlhabender Banker, der letztlich seinem Sohn das Malerleben finanzierte (auch wenn Cezanne sich nicht traute, ihm von seiner Hochzeit und seinem Sohn zu erzählen - für uns unverständlich). Wir sahen das Haus, in dem er geboren war, wo er heiratete, wo er malte etc. Und damit jeder das auch findet, sind so eine Art Stolpersteine auf der Straße eingelassen, auf denen Cezanne steht und die den Weg weisen.Bilder wiederum haben sie fast keine; der Museumsdirektor hielt nichts von Cezanne. So sind sie in Paris oder im Ausland.
Die Stadt wird gepägt von dem Mazarin-Viertel, Villen aus dem 17. Jahrhundert, die geplant gebaut wurden. Die Altstadt besteht aus engeren und kleineren Häusern. Viele Geschäfte, viele Cafes.
Tag 5
Erneut begann der Tag mit einem Marktbesuch, diesmal in Saint-Remy. Einige Stände erkannten wir wieder, aber manches war ein bisschen hochwertiger. Wir besichtigten das Geburtshaus von Nostradamus und sahen das Haus der Familie de Sade. Jedenfalls hatten wir aber gelernt und kauften Salami für das Mittagessen.
Vonn dort aus ging es zu den Carrieres de Lumieres, einer multimedialen Kunstausstellung in einem ehemaligen Steinbruch. Es ging um Frieda Kahlo und Pablo Picasso. Insgesamt sehr beeindruckend, aber kühl. Daneben liegt eine der größten Burganlagen des Mittelalters, mittlerweile eine riesige Ruine über dem Dörfchen Le Beaux de Provence. Man hat einen perfekten Blick bis fast zum Meer - aber der Wind!
Dann führte uns der Weg zu "Les Antiques": ein Mausoleum und ein Arc de Triophe. Ersteres aus 20 - 30 v. Chr als Mausoleum für die Großeltern der Julii errichtet. praktisch unversehrt und sehr interessant. Der Triumphbogen ist 50 Jahre jünger und nur zum Teil erhalten, aber auch beeindruckend. (Hätten wir doch in Obernburg irgendwo die Benefizierstation ausgestellt! Dann kämen die Leute auch busseweise zu den "Antiken".)
Daneben liegt das Kloster Saint Paul de Mausole, Seit 1605 ein Krankenhaus; dort verbrachte Van Gogh ein Jahr kurz vor seinem Tod. Er malte dort ca 70 Bilder. Das Krankenhaus wurde restauriert (der alte Teil) und es war schon nichts, wo man sich aufhalten möchte. Zufällig wurde Albert Schweitzer im ersten Weltkrieg in Saint Remy inhaftiert, weil er aufgrund seiner elssäsischen Herkunft Deutscher war und arbeitete im Krankenhaus als Arzt. In seinem nachgebildeten Zimmer befindet sich sogar eine Orgel - ob man das glauben soll?
Morgen geht es weiter nach Nizza.

