Faschingsgottesdienst in Mömlingen
Auch in diesem Jahr luden das Familiengottesdienstteam und der Mömlinger Carnevalverein (MCV) zu einem Faschingsgottesdienst ein. Elferrat, Garden, Prinzenpaar und Diakon Martin Höfer mit dem Altardienst zogen unter den Klängen der „Mümlinger Dunnerwädder“ über den Dorfplatz und gemeinsam in die Corpus-Domini-Kirche ein.
Der Diakon begrüßte die Gemeinde mit einem dreifachen „Mümling Helau“, bevor er mit dem gemeinsamen Kreuzzeichen deutlich machte: wir sind in einem Gottesdienst und bitten um Gottes Segen für die kommende Kampagne. „Wir können uns sicher sein, dass Gott uns seinen Segen dafür spendet, damit wir unsere Mitmenschen, unsere Nächsten, egal woher sie kommen, zum Lachen und Fröhlichsein bringen können.“
Die Bitten zum „Kyrie“ wurden vom Kinderprinzenpaar Raphael Wolf und Fiona Rauch vorgetragen. Nach dem Tagesgebet übernahm „Aushilfslektor“ Guido Zengel den Ambo und verkündete die 10 Gebote auf „mimlingerisch“. Dass diese in Mömlinger Sandstein gemeißelt waren, sei ihm schon klar, aber wie man diese auf den Berg Sinai geschmuggelt hat, blieb ihm dann doch ein Rätsel. Der anhaltende Applaus zeigte aber, dass die Mömlinger die 10 Gebote wohl verstanden haben.
Die Lesung aus dem 1. Korintherbrief wurde von Heike Rollmann vom FamGoTeam vorgetragen, die Antwortgesänge vom „Tonkreis Jubilate“, musikalisch unterstützt von der Ukulele-Gruppe mit Sabine Geis. Das Halleluja der Orgel vor dem Evangelium wurde mit wechselhaftem Aufstehen und Setzen der Gottesdienstbesucher bekräftigt. Nach dem Tagesevangelium nach Matthäus nahm der Diakon in seiner „Büttenpredigt“ das Geschehen in Kirche, MCV und Gesellschaft kritisch aufs Korn (siehe Anhang).
Die Fürbitten trugen das Prinzenpaar Heribert II. und Frauke I. selbst vor. Zum „Vater unser“ bildete man eine Gebetskette und zum Friedenslied nach der Melodie des „Heile Gänsje“ durfte auch geschunkelt werden. Alle Lieder des Gottesdienstes waren gut ausgewählt und dem Sinn entsprechend. Nach der Kommunion segnete der Diakon eine Kerze, die vom Prinzenpaar entzündet wurde und als Erinnerung an die diesjährige Faschingssaison erinnern soll. Prinz und Diakon dankten allen Besuchern und Mitwirkenden, bevor der Diakon den Segen gab und der Auszug mit dem Narrhalla-Marsch erfolgte. Der MCV lud anschließend zu einem Umtrunk auf dem Kirchplatz ein.
Alle Gottesdienstbesucher waren sich einig: es war ein schöner Gottesdienst mit heiteren und besinnlichen Teilen. Vielleicht hat Jesus am Kreuz sogar manchmal geschmunzelt, zumal er den einen oder anderen Besucher selten in seinem Haus sieht. Sein Motto zur Kampagne 2026 könnte sein: Ob Fasching oder Karneval – Christ bist Du in jedem Fall.
F.Frank
Hier können Sie die Büttenpredigt von Diakon Höfer (2026) nachlesen:
Meine holde Narrenschar, auch wieder in diesem Jahr will lich es wagen, die Predigt gereimt vorzutragen.
Doch nicht nur die Auslegung vom Evangelium, noch viel mehr – was treibt uns sonst noch um
habe ich versucht in Reim zu fassen, will euch mal herzlich lachen lassen.
Der Hilfslektor hat Euch schon vorgelesen, wie es mit den 10 Geboten ist`s gewesen.
Und wenn sich jeder daran hält dann wird viel schöner unsere Welt.
Dann ist der MCV bereit mit Gottes Segen in die Faschingszeit.
Heut im Evangelium geht Jesus nach Kafarnaum, fängt hier etwas Neues an,
in Nazareth kennt ihn ja jedermann.
Auch ruft er die Apostel her, das fällt denen gar nicht schwer, die lassen alles liegen und stehn, wollen jetzt mit Jesus weiter gehen.
Er trat bei den Menschen so überzeugend auf, so nahmen sie das gerne in Kauf, ihr altes Leben zu verlassen
um sich auf ein Neues einzulassen.
Was wär´ die Kirche heute froh, gäb es Leute, die wie Jesus so den Menschen diese frohe Botschaft bringen,
ohne sich mit nur den eignen Dingen zu beschäftigen und nicht nur nach sich selber sehen,
sondern zu den Menschen gehen, zuhören, was benötigt wird und nicht nur mit Vorschriften verwirrt,
dann ist die Kirche auch bereit mit Gottes Segen in die kommende Zeit.
Doch leider bekommen wir nicht alles mit. Da gabs beim MCV einen Internet-Auftritt.
Im letzten Jahr, da wurde getanzt Um einen Baum, den man am Narreneck hatte gepflanzt.
Die Challenge bestanden, den Baum in die Erd´, doch ich glaube, dass aus dem nix wird,
denn ohne Weihwasser und ohne Segen wird der klein bleiben und sich nicht regen.
Drum schlage ich vor, das holen wir nach! Da wird genauso ein Spektakel draus gemacht
mit Dunnerwädder und Elferratswagen wird das Weihwasser zum Feigenbaum hingetragen.
Hätte ich damals gleich was mitbekommen, hätt´ich den Weihwasserkessel gleich mitgenommen
und wie Pfarrer Rettinger, das ist kein Spaß, wärt ihr auch und nicht nur das Bäumchen nass.
Dann ist auch der Baum bereit, mit Gottes Segen in eine fruchtbare Zeit.
Auch bei vielen anderen Anlässen wird die Kirche heut oft vergessen:
ein Festgottesdienst am Sonntagmorgen kann auch beim Sportfest für gute Stimmung sorgen.
Ein Wort darum an alle, die sowas organisieren, nicht den Herrgott aus den Augen verlieren.
Gottes Segen vor dem Mittagsbraten wird gewiss niemandem schaden.
Leider viel mehr Einfluss haben heutzutage Traumtänzer, nennen sich selbst Influencer,
erzählen von sich in Sozial Media und stellen so sich selber dar.
Wollen viele Follower bedienen und damit viel Kohle zu verdienen.
Am Körper ist fast nichts mehr echt: Busen und Lippen sind gemacht zurecht,
ein neues Schönheitsideal es ist für Normalos schon fatal.
Bleibt ihr selbst und ohne Beauty-OP-Narben, denn ihr sollt keine Götter neben unserem haben.
So hat es der Hilfslektor schon erklärt, Ist auch für einen selbst gar nicht verkehrt.
Bleibt frei, bund guckt nit so viel aufs Handy, trinkt lieber mit anderen mal ein Bier
dann seid auch ihr dafür bereit mit Gottes Segen für eine schöne Zeit.
Schneller, höher, weiter, mehr, kaum freie Zeit, der Terminkalender ist nicht leer.
Mit KI und Smartphone wollten wir es eigentlich schaffen, die leidigen Zeitfresserzeiten zusammen zu raffen.
Stattdessen sagt man heut: Du, ich habe keine Zeit.
Schauen wir uns doch als Beispiel dann, mal so`nen Spielplan vom Fußballer an:
Bundeslige, DFB-Pokal, Championsleage und Nationalauswahl,
Länderspiele, Nationsleage, Weltmeisterschaft und noch ein Sieg.
Dann sollen wir das alles sehen, zu den Spielen auch noch gehen,
die wollen scheints, dass jede Nacht vor der Glotze wird verbracht.
Und frage ich mich, ob die jungen Millionäre wissen, bei welcher Mannschaft sie grad wären
dann kommen die schlapp angekrochen nach ner sogenannten Englischen Woche.
Ham die schon was von Work-live Balance gehört, auf die man jetzt bei seiner Arbeit schwört?
Zeit zum Schuften bleibt nicht viel mehr für Sport und Freizeitspiel.
Die finden das dann noch ganz toll , und ich frag mich, wer das bezahlen soll?
Da bleibt für Gottes Segen keine Zeit, denn dafür sind sie nicht bereit.
Genug gepredigt, ich mach Schluss, weil der Gottesdienst weitergehen muss.
Habt eine schöne Kampagnezeit. Am Aschermittwoch ist es dann so weit,
dann seid ihr alle wieder in diesem Haus und zeigt, die Martinskirch reicht für uns Narren nicht aus.
Dann ist der MCV bereit mit Gottes Segen durch die Jahreszeit.
Eins fehlt jetzt noch, ihr wisst`s genau:Amen und 3 mal „Mümling Helau“.





































